REVIEW: Uncharted Golden Abyss – Nathan Drake auf der PS Vita im Test

Die Vorfreude war bei uns riesig endlich “Uncharted: Golden Abyss” in den Händen halten zu können und Nathan Drake erneut auf seinen Reisen zu begleiten. Wie ihr sicherlich wisst, ist Naughty Dog nicht mehr das zuständige Entwicklerstudio für “Uncharted Golden Abyss” sondern die Bend Studios. Doch können die Bend Studios die Qualität und das Feeling von Naughty Dog genauso gut umsetzen? Das erfahrt ihr in unserem Test…

Einzelspieler & Story:
Schon zum vierten Mal begleiten wir den Abenteurer und Schatzsucher Nathan Drake auf seiner Reise, wobei “Uncharted: Golden Abyss” nicht die Geschehnisse des dritten Teils vorsetzt, sondern als Prequel zum ersten Teil der Serie, Uncharted Drake´s Schicksal, gilt. Nathan macht sich erneut auf, um Schätze zu finden und ein 400 Jahre altes Geheimnis über die spanische Expedition nach Zentralamerika zu lüften. Mit eurem Freund Dante macht ihr euch gemeinsam auf den Weg in einen Dschungel in Zentralamerika, um dort den ersten Spuren auf den Grund zu gehen. Schnell stellt man jedoch fest, dass man wiederum nicht alleine ist und lernt seinen Widersacher, einen Ex-General, kennen. Dieser versucht euch das Leben schwer zu machen und möchte genau wie ihr, hinter den Geheimnissen der spanischen Expedition gelangen.
Da “Uncharted Golden Abyss” zeitlich vor den ersten drei Teilen der Serie spielt, hört und sieht man selbstverständlich nichts von der Reporterin Elena oder Chloe. Die einzige bekannte Person, die wir zu Gesicht bekommen, ist unser alter bester Freund Sully, mit dem wir auch im guten Mittelfeld des Spiels einige Passagen Seite an Seite spielen. Doch wo bleibt hier die Frau? In jedem Teil mussten wir uns mit einem weiblichen Wesen umherschlagen, die meistens viele Dinge besser wusste oder eben nicht. Beim neuesten Streich gibt es nämlich einen neuen weiblichen Part, mit der wir zwangläufig Partner werden und zu unserer Gefährtin wird. Ihr Name ist Chase und ist frech und kaltschnäuzig – das passt. Sie ist auf der Suche nach ihrem verschollenen Großvater, der mehr über die Geheimnisse der Expedition weiß, als bisher angenommen. Er ist nämlich auch ein Archäologe und verbrachte sein halbes Leben eben damit, genau diesen Schatz zu finden und zu entdecken. Nathan und Chase ergänzen sich optimal und sorgen so, zeitweise für einige Lacher. Emotional, wie auch von den Eigenschaften her, konnten uns alle Charaktere überzeugen, da sie sehr glaubwürdig und real agieren. Nathan Drake ist natürlich wieder ein Scherzkeks, der selbst in den brenzlichsten Situation ein Witz oder einen dummen Spruch raushaut. Sehr amüsant, auch wenn die Story an sich etwas bekannt und lahm vorkommt. Also kämpften wir uns durch die mehr als 30 Kapitel um endlich das Rätsel aufzudecken und unseren Feind in einem spektakulären Boss-Kampf niederzustrecken, doch wurden wir an dieser Stelle leider enttäuscht – Zwei lange Reaktionstests genügen, um die Credits zu sehen?

Gameplay:
Das Gameplay in “Uncharted: Golden Abyss” ist im Grunde genommen, nichts anderes, was man früher nicht schon mal erlebt hat. Großartige Tempowechsel zwischen actionreichen Schießereien und atemberaubenden Klettereinlagen in luftigen Höhen. Das fühlt sich an wie Uncharted und ist es auch. Dank der beiden integrierten Analog-Sticks lässt sich unser Held genauso wie auf dem großen Bruder steuern. Ihr könnt wie bekannt laufen, klettern und schießen. Auch wenn das Zielen bei der PS Vita etwas schwerer fällt, hatten die Entwickler der Bend Studios eine neue Idee. Mit dem rechten Stick könnt ihr ganz normal beim Halten der L1 Taste zielen, doch erweisen sich Kopftreffer mit dieser Methode als äußerst schwierig. Zur Feinjustierung könnt ihr nämlich die Bewegungssteuerung der PS Vita in Anspruch nehmen, in dem ihr eben diese benutzt, um das Fadenkreuz ein wenig in alle Richtungen zu bewegen. Das Zusammenspiel zwischen normaler Steuerung und der Bewegungsteuerung ist dabei das Erfolgsrezept.
Neu sind bei “Uncharted Golden Abyss” aber die integrierten PS Vita Funktionen, welche sich besser als zuvor gedacht im Spiel verhalten. Der Touchscreen spielt dabei eine wichtige und tragende Rolle. Mit diesem netten Feature könnt ihr Zeitungsartikelausschnitte zusammenschieben, einen Kohleabdruck eines Symbols oder Hinweis erstellen oder aber auch Bambusrohre mit der Machete zerschneiden, um so an versteckte Schätze im Spiel zu gelangen, welche desöfteren gar nicht so leicht zu finden sind.
Zudem könnt ihr bei Klettereinlagen eine Route vorgeben, in dem ihr einfach über die Vorsprünge auf dem Bildschirm wischt, wodurch Nathan Drake dann eigenständig bis zum letzten berührten Punkt klettert. Ihr merkt sicherlich, dass diese Funktionen optional benutzt werden können, doch gibt es auch Momente, in denen es unumgänglich ist die Touch Funktion zu benutzen. Um beispielsweise Chase mit einer Räuberleiter auf einem höher gelegenen Vorsprung zu helfen, kann man diese nur mit dem Touchscreen ausführen. Auch habt ihr teilweise im Spiel nur noch die Chance Drake vor dem Tod mit einem Wisch auf dem Bildschirm zu bewahren. Zu dem Touchscreen und – pad, kommt auch die Sixaxis-Steuerung zum Einsatz, mit der ihr auf Baumstämmen oder kurzen Brettern Gleichgewicht halten könnt, um nicht in den Abgrund zu stürzen.
Neben diesen unzähligen Möglichkeiten die neuen PS Vita Funktionen zu benutzen, haben die Entwickler von den Bend Studios eine glorreiche Idee gehabt und diese im Spiel integriert. Um ein Pergament lesen zu können, müsst ihr die Frontkamera eurer PS Vita in ein helles Licht halten, um die versteckte Schrift aufzudecken – richtig cool.
Uncharted wäre nicht Uncharted, wenn es keine Rätsel oder sonstige Mechanismen auszulösen gilt. Wie auch in den Vorgängern müsst ihr einige Geheimnisse aufdecken, um beispielsweise eine Tür zu öffnen oder einen geheimen Gang freizuschalten. Diese lassen sich auch sogar mit den Funktionen der PS Vita erledigen. Ihr sollt Statuen mit Hilfe des Touchscreens an den richtigen Platz neben zwei vorgegeben Symbolen platzieren, wobei diese nicht in der selben Reihe oder Spalte stehen dürfen. Auch gibt es eine nicht ganz so gemütliche und lustige Flussfahrt mit eurem Freund Sully.
Technisch ist “Uncharted Golden Abyss” genau das, wie wir uns das vorgestellt haben. Die normale Steuerung mit den Analog-Sticks und Buttons fühlt sich so an wie auf der Playstation 3 und lässt sich genauso gut steuern. Die Integration der neuen PS Vita Funktionen wurde nahtlos und ohne offensichtliche Fehler umgesetzt, wodurch manche Dinge sogar besser sind als auf der PS3. Schade ist jedoch, das an manchen Stellen einige nützliche Details entfernt wurden. Bei Granatenbeschuss versuchten wir vergeblich diese zurückzuwerfen. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

Grafik & Sound:
Grafisch setzt “Uncharted Golden Abyss” die Messlatte sehr hoch an, doch merkt man schnell, dass den Entwicklern die Erfahrung an der Hardware fehlt. Auch kann man den PS Vita Titel nicht mit denen der PS3 vergleichen, da der Unterschied verständlicherweise zu hoch ausfällt. Dennoch setzen die Charakteranimationen neue Maßstäbe, welche stets flüssig und realistisch rüberkommen. Die Level wurden schön gestaltet und passen sich perfekt dem Setting an, obwohl einige Level recht schlauchförmig ausfallen. “Uncharted Golden Abyss” sieht einfach nur schick aus und zieht einen sofort in seinem Bann. Tosende Stromschnellen, Wasserfälle oder ein kleiner Bach mit einigen Dschungel-Pflanzen machen das Setting und die Atmosphäre komplett. Störend sind aber Bildrateneinbrüche, die bei extremen Situationen manchmal auftreten. Auch sind die Feuereffekte den Entwicklern nicht sehr überzeugend gelungen. Dennoch sind den Bend Studios das Level-Design, die Charakteranimationen und Hintergrundgrafiken sehr gut gelungen. Soundtechnisch steht das Spiel den anderen Titeln in nichts nach. Es gibt einen durchgängigen abgestimmten Soundtrack, welcher an denen der Vorgänger angelehnt ist. Die Soundeffekte wurden sehr gut umgesetzt. Die deutsche Synchronisation ist stets gut und passt zum Rest des Titels. Da haben die Synchronsprecher erneut eine gute Arbeit abgelegt.

Fazit und Bewertung:
“Uncharted Golden Abyss ist wahrscheinlich der meistgekaufte Titel auf der PS Vita – und das zurecht. Für uns bis jetzt der beste PS Vita Titel! Die Grafik, das Gameplay und die Atmosphäre passen wie eh und je und müssen einfach gespielt werden. PS Vita Besitzer kommen um diesen Titel nicht herum. “Uncharted Golden Abyss” ist der Vorzeige-Titel auf der PS Vita, an denen sich einige Entwickler nicht allein an der Grafik orientieren sollten. Ein absoluter Must-Have Titel 2012 und ein guter Anwärter für das PS Vita Game of the Year 2012! Uneingeschränkte Kaufempfehlung.”

Uncharted Golden Abyss Bewertung

Uncharted: Golden Abyss – [PlayStation Vita]

von Sony Computer Entertainment

Preis: EUR 44,99

Release: 2012-02-22

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